Märchenhafter Abend mit Kabarettistin Rena Schwarz
Märchenhafter Abend mit Rena Schwarz
Weiter ging es im 35. Jubiläumsjahr des Kulturcafés in Rommerskirchen jetzt mit Kabarettistin Rena Schwarz, die das begeisterte Publikum zu einer humorvollen und facettenreichen Märchenstunde einlud.
Auch bei seiner zweiten Jubiläums-Veranstaltung war das Rommerskirchener Kulturcafé wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Zu Gast an diesem Abend: die beliebte Kabarettistin Rena Schwarz, die ihre Karriere in Urban Priols „Kabarett im Hofgarten“ startete. Mitgebracht hatte sie ein Programm, in dem sie Märchen-Klassiker aufs Korn nahm, in die heutige Zeit verlegte und zwischendurch auch kräftig mit jedweder Form von Märchenerzählerei aufräumte.
„Prinzessin ist wirklich kein Traumjob“ – behauptete die Künstlerin so dann auch schon gleich zu Beginn des Abends. Dieses Resümee habe sich ihr förmlich aufgedrängt, nachdem sie alle 85 grimmschen Märchen gelesen habe. „Du musst immer den heiraten, den der König für dich aussucht – und wenn es der Frosch ist. Das grenzt doch an Zwangsehe“, zeigte sie sich gespielt empört. Die Faszination von Märchen jedoch sei nach wie vor ungebrochen. Irgendwie wolle doch jeder kleine Junge mal mit dem Holzschwert gegen imaginäre Drachen kämpfen und jedes kleine Mädchen mal Prinzessin sein. Das kann Rena Schwarz nur bedingt nachvollziehen. „Wenn ein kleines Mädchen sagt, es möchte später mal Prinzessin werden und einen Prinzen heiraten, zeige ich ihr erstmal ein Bild von Prinz Charles“, so die Comedienne trocken. Meistens reiche das. „Wenn nicht, zeige ich ein Bild von seiner Frau Camilla“.
Und auch sonst räumte Rena Schwarz, die im märchenhaften Spessart zu Hause ist, kräftig mit Märchenklassikern wie „Hänsel und Gretel“, „Rotkäppchen“ und „Dornröschen“ auf: „Stellen Sie sich mal vor, sie hätten 100 Jahre geschlafen und dann kommt da so ein Prinz und küsst sie wach.“ Mundgeruch sei da noch das geringste Problem. Ihrem Motto „Keine Chance für Langeweile“ machte die quirlige Entertainerin dabei alle Ehre. Sie zeigte sich wandelbar, jonglierte gekonnt mit verschiedenen Dialekten, jodelte, sang und schlüpfte auch in andere Rollen. Besonders begeisterte sie das Publikum mit einer Parodie von Angela Merkel als Königin von Deutschland und sorgte mit ihrem „Schneewittchen-Rap“ für einen mitreißenden Ohrwurm.
Auch andere Facetten des Märchenerzählens kamen nicht zu kurz – wie zum Beispiel das Rentenmärchen von Nobbi, das Märchen der Frauenrechte oder der Prinzgemahl Joachim Sauer. Dabei bezog sie das Publikum immer wieder charmant mit ein und stelle fest, dass sich auch im Kulturcafé der eine oder andere Traumprinz versteckte – so etwa der schnuckelige Andreas, der smarte Addi oder Carsten mit den makellosen Zähnen.
Spätestens im furiosen Finale war dann der ganze Saal gefragt: Beim humorvollen Märchenquiz und der lautstark eingeforderten Zugabe griffen die Zuschauer selbst zu den von der Künstlerin verteilten Rhythmusinstrumenten und wurden kurzerhand Teil des Programms.
Zum Abschluss relativierte die Kabarettistin augenzwinkernd ihr eigenes Fazit: „Mein persönlicher Prinz trägt zwar keine Krone, aber den Müll raus. Seine Prinzessin zu sein, ist der totale Traumjob!“ Und so endete der gleichzeitig be- und entzaubernde Märchen-Abend mit viel Applaus und bester Stimmung.

